„Einblicke“ mit Skulpturen: Holger Grimm mag es am liebsten steinhart

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„Einblicke“ mit Skulpturen:
Holger Grimm mag es am liebsten steinhart

Von Andreas Klamm
Römerberg/Speyer. Der Speyerer Steinmetz und Steinbildhauer Holger Grimm zeigt vom 10. bis 20. November in der Ausstellung „Einblicke mit Skulpturen“ eine Auswahl aus der Vielfalt seiner geschaffenen Werke im Zehnthaus in Römberg-Berghausen. Die Laudatio wird die freie Journalistin Beate Steigner-Kukatzki und die musikalische Begleitung mit dem Saxophon, Saskia Krebs, übernehmen. Zur Eröffnung der Ausstellung am 10. November, um 19 Uhr, laden Robert Hoffmann, Beigeordneter des Rhein-Pfalz-Kreises, Brigitte Roos, Beigeordnete der Gemeinde Römerberg und der Künstler ein.
„Ganze drei Tage werden wir mit der Installation meiner Werke im Raum des Zehnthauses beschäftigt sein“, informierte Holger Grimm und rückt an einer von vielen Skulpturen, um sie in die richtige Position für kunstinteressierte Betrachter zu bringen. Bei den Aufbauarbeiten und dem Transport der zum Teil kiloschweren Skulpturen hilft ihm sein Geselle Christian Hess. „Die ausgestellten Stücke sind sehr grob bearbeitet“, beschreibt Holger Grimm seine Werke.
Beim größten Teil, in den ersten Arbeitsgängen der Grundstrukturen, die der Stein erfährt, handelt es sich um aufgesprengte Stücke mit Nut und Feder. Am liebsten arbeite er mit Granit, Muschelkalk, Diabas, ein Stein der im hessischen Raum zu finden sei und mit Beton. Nach dem er Hohlräume im harten Stein durch die Aufsprengung geschaffen hat, werden die Einzelstücke „gespitzt“ und die feinen Nuancen im scheinbar nicht formbaren Material angeschliffen, erläuterte der Künstler einen Teil seiner Arbeitsweise. Steinmetz sei er geworden, weil seit über drei Generationen der elternliche Betrieb sein Zuhause war. Schon als Jugendlicher habe ihn das Interesse am Stein nicht nur für das Handwerk, sondern auch zum künstlerischen Schaffen „getrieben“.
Bereits seit vier Jahren leitet Grimm als Kursleiter einen Bildhauer-Workshop „Begegnung mit der Bildhauerei“ bei der Kreisvolkshochschule Römerberg am Kirchenvorplatz gegenüber des Zehnthauses. Mit 10 bis 15 Teilnehmern arbeitete er am Pfälzer Buntsandstein. Die für ihn bedeutendste Ausstellung seiner Werke in seiner künstlerischen Laufbahn erfuhr er, so der Künstler, mit der Ausstellung seiner Werke im Kirchenraum der evangelischen Kirche in Mainz. Der Künstler blickt noch heute gerne auf seine große Diplom-Ausstellung in einem sehr schönen sakralen Raum im Rahmen einer Einzelausstellung zurück. Wichtig für den Kunstschaffenden sind auch die Ausstellungsbeteiligungen im Künstlerbund Speyer, die über die Grenzen der Metropolis-Stadt hinausreichen.
„Härter als Stein ist mein Wille das Material zu bearbeiten“, meint Holger Grimm. Stein zu bearbeiten, hieße auch sehr langsam zu arbeiten, weil das Material sehr hart ist. Man müsse mit dem richtigen Rhythmus den Stein bearbeiten: Langsam und beständig. Dabei ist er so konzentriert auf den Stein, das er nicht selten sein Umfeld vergesse, schon fast ins Meditieren komme und eine für ihn wichtige Ruhe finde. „Das ist das schöne an dem Material.“, schwärmt Grimm in seiner Liebe für Stein. „Granit ist ein sehr schönes hartes Material, das ich auch anschleifen und anpolieren kann“, ergänzt er. Je nach Größe eines Werkes dauere der Entstehungsprozess einer Skulptur zwei bis vier Wochen. Bei der Inspiration für seine Werke handele es sich um einen Prozess des Findens, auch einer neuen Formsprache im figürlichen und abstrakten Bereich. Die Werke mit unterschiedlicher Ausrichtung, ergeben für ihn zusammen betrachtet, ein neues situationsabhängiges Gesamtbild.
Der Steinbildhauer ist verheiratet und hat zwei Kinder. „Die Kinder sind zwar noch etwas klein, modellieren aber auch schon im Atelier mit.“, freut er sich. Seine Frau unterstütze ihn in jeder Richtung und würde sich freuen, wenn er mehr Werke schaffen würde, meinte er. „Für mich ist meine Frau die erste Ansprechpartnerin, wenn neue Werke entstehen.“, so Grimm. Sie helfe ihm auch bei der Reflexion seiner eigenen Arbeit.
Holger Grimm absolvierte von 1986 bis 1989 eine Lehre als Steinmetz und Steinbildhauer, besuchte 1990 die Fachoberschule für Gestaltung in Ludwigshafen und studierte „Freie Bildende Kunst, Plastik und Bildhauerei“ an der Universität in Mainz. Seit 1999 ist er mit einem Lehrauftrag für Bildhauerei an der Uni Mainz betraut, zudem ist er Mitglied im „Atelier Römerberg“, Wiesbaden und Mitglied im Künstlerbund Speyer. Der Künstler hatte bereits viele bedeutende Ausstellung unter anderem auch mit „Plastische Bilder“, 1997 im Landtag Mainz, „Kleinplastik“, 1997, Kunstpreis´97 der Sport-Toto GmbH und „Prozeß des Findens, im Kirchenraum in Mainz. Zuletzt zeigte er in „Fragment“ im Kunstforum Bildachse, Hernsheimer Schloss in Speyer eine Auswahl seiner Werke.
Seit 1995 nahm er auch an Bildhauersymposien in Bobenheim-Roxheim, Hessheim, Germersheim und mit „Etruskische Stätte“, Lugano im italienischen Teverina teil.
Arbeiten des Künstlers im öffentlichen Raum sind in Schifferstadt mit dem Feuerwehrehrenmal „Idee der Einfachheit“ (2002), „Tore in die Stadt“ (2000) in Bobenheim-Roxheim und „Kleines Leben“ (2003), Grabfeld für Flötenbestattungen in Speyer zu finden.
Die Werke des Künstlers sind samstags, 14 bis 18 Uhr , am Sonntag von 10 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr bis 20. November im Zehnthaus zu sehen. Weitere Informationen zum Künstler und seinen Werken gibt es auch im Internet unter http://www.kunstportal-pfalz.de
BILD-Unterschrift: Holger Grimm: „Härter als Stein ist mein Wille das Material zu bearbeiten…“ Foto: ank
Erst-Veröffentlichung: Speyerer Morgenpost, 11. November 2005
Zweit-Veröffentlichung: British Newsflash Magazine, August 2007

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